IG Metall schließt Tarifvertrag für Mobilität und Arbeit von morgen

Moderne Arbeitsbedingungen für Beschäftigte des Softwareunternehmens car.SW Org des Volkswagen-Konzerns gesichert

  • 27.01.2021
  • News, i-connection, Volkswagen

Die IG Metall setzt ein Zeichen für gerechte Arbeitsbedingungen in agil arbeitenden Unternehmen. Dazu hat die Gewerkschaft jetzt einen Tarifvertrag für die Beschäftigten der „car.SW Org“ (cSO) geschlossen. Das bundesweite Unternehmen mit Hauptsitz in Ingolstadt vereint die Software- und Steuerungsentwicklung für Marken wie Volkswagen, AUDI und Porsche. Es soll bis 2022 rund 6.500 Beschäftigte haben.

„Die cSO-Beschäftigten entwickeln mit agilen Arbeitsmethoden die Mobilität von morgen. Bereits heute haben sie ein Stück Tarifgeschichte geschrieben“, sagt IG Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. Seit dem Sommer 2020 sei es gelungen, die Beschäftigten unterschiedlichster Unternehmen über mehrere IG Metall-Bezirke hinweg zu vereinen und ihre Arbeitsbedingungen mit einem modernen Vertrag zu sichern.

 

Neben einem gerechten, kompetenzbasierten Entgeltsystem regelt der Tarifvertrag selbstbestimmte Arbeitszeiten. Danach gilt grundsätzlich eine 35-Stunden-Woche. Mit einer Wahlarbeitszeit zwischen 28 und 40 Stunden können die cSO-Beschäftigten individuell davon abweichen. Eine vereinbarte Arbeitszeitbremse verhindert ausufernde Anforderungen an die Software-Entwickler*innen und andere Beschäftigte.

 

Darüber hinaus erhalten die cSO-Beschäftigten mit dem Tarifvertrag ein Recht auf Mobile Arbeit, Sabbaticals, 30 Urlaubs- und 10 Freistellungstage, ein 13. Monatseinkommen, eine kontinuierliche Qualifizierung sowie eine Altersvorsorge. Als Besonderheit für die Branche sieht der Haus-Tarifvertrag eine Evaluierung vor, zu der die IG Metall die Beschäftigten eng einbinden will.

 

„Als IG Metall wollen wir Agilität, Sicherheit, gute Bezahlung und Selbstbestimmung für die Beschäftigten“, sagt Thorsten Gröger. Der Tarifvertrag bei cSO zeige, dass gerade die moderne Arbeitswelt tarifliche Regelungen brauche. „Ausgliederungen müssen dazu führen, dass die neuen Unternehmen ebenfalls tarifgebunden sind. Nur das kann unsere Antwort darauf sein, wenn diese Unternehmen weiterhin die besten Beschäftigten haben wollen“, so Gröger.